Coole Tools

Erstellt von Markus Stenzel |

die auf den zweiten Blick doch nicht mehr so cool sind. Eine kleine Serie der Enttäuschungen und falschen Erwartungen. Diesmal: Timing, die automatische Zeiterfassung für den Mac.

Vor einigen Monaten erhielt ich eine Jahreslizenz der Software "Timing für Mac Standard" im Rahmen des Bundlehunt-Programms stark reduziert.

Zeiterfassung ist ein echtes Thema für Selbständige und die notwendige Disziplin ist nur mittelfristig zu erlernen - ebenso wie die Notwendigkeit, jede Quittung von der Supermarktkasse aufzubewahren. Man benötigt grundsätzlich einige Monate bis ganz automatisch das "Kann ich bitte den Bon haben?" über die Lippen kommt. Ebenso ist eine akkurate Zeiterfassung für die Abrechnung mit Kunden essentiell. Wie schön wäre es doch, wenn die Zeitabrechnung vollautomatisch stattfinden würde?

Genau das verspricht Timing. Timing mißt die am Bildschirm angezeigten Fenstertitel und deren Nutzungsdauer sehr akkurat. In der neuesten Version 2018.4 ist Timing sogar in der Lage, auf Basis dieser Fenstertitel Einträge im Mac-Kalender anzulegen. Das Programm ist sehr schön anzusehen und komfortabel. Dabei ist Timing eine hervorragende, leicht zu bedienende und fehlerfrei funktionierende Software, die bei der Arbeit nicht ablenkt - kurz, Timing macht genau, was in der Werbung behauptet wird.

Es ist mir jedoch niemals gelungen, eine akkurate Abrechnung aus den Daten zu generieren.

Im täglichen Betrieb wechsele ich ständig zwischen mehreren Fenstern hin und her - Firefox, Outlook, Vorschau, Word und viele kleine Anwendungen mehr. Dies führt zu einer Zeitlinie wie in der Abbildung gezeigt: Ein Flickenteppich verschiedenster Anwendungen, jeweils nur für Minuten genutzt. Die Standardanwendung Parallels kann ganz selbstverständlich nicht ausgewertet werden, da Parallels als Container für das Windows-Betriebssystem agiert. Auch Timings kann nicht ermitteln, welche Anwendung in Parallels ausgeführt wird. Dennoch verbringe ich täglich ca. 1/3 der Zeit in Parallels.

Wozu ist Timing dann gut?

Timing ist bestens dazu geeignet, Zeitfresser im Büroalltag (und natürlich auch zu Hause) aufzuspüren. Es kann nicht nur auf die Sekunde genau aufzeigen, wieviel Zeit man auf YouTube.com, Facebook, Twitter, Instagram verbracht hat, es zeigt auch genau an, was man dort getan oder betrachtet hat. Wer abends nicht weiß, was er am Tag (am Computer) getan hat, wird hier völlig ohne Aufwand fündig. Man kann sich dann sinnvolle Beschränkungen auferlegen und somit Zeit und Mühe in sinnvolle Arbeit kanalisieren.

Es heißt, man benötigt einige Monate um eine Gewohnheit anzutrainieren. Wie mit den Kassenbons kann man auch erlernen, ganz selbstverständlich eine Zeiterfassungssoftware zu bedienen. Timing kann dabei helfen. Die automatische Zeiterfassung kann es in meinem Fall jedoch auf Grund meiner Arbeitsweise nicht leisten.

Dieser Artikel drückt die persönliche Meinung des Autors aus und erhebt auf keinen Falle einen Anspruch auf universelle Gültigkeit.

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Verwelkte Rose (Foto: TanteTati / Pixabay)
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