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Koexistenz von Postfix und Office 365

Ein kurzer Ausflug in das Reich der Microsoft Exchange Server.

Microsoft bietet in seinem Office 365-Programm für KMBs ein Exchange-Postfach von 50 GB mit einem 25 GB SharePoint-Schmankerl zum Preis von € 4,10 / Monat zzgl. ges. MwSt. Das Paket nennt sich "Office 365 Small Business" und ist auf maximal 25 Benutzer limitiert. Die ansonsten sehr aufwendige und fehlerträchtige Verwaltung über die Exchange-Konsole des Small Business Servers entfällt und wird durch eine mehr oder weniger komfortable, aber völlig verwirrende Weboberfläche ersetzt.

Bereits kurze Zeit nach der Installation fällt auf: Geht man auf die Standardweise heran und folgt den Installationsanweisungen von Microsoft, übergibt man die komplette Mailverwaltung der eigenen Internetdomäne "meinefirma.de" in die Hände Microsofts. Und Microsoft verlangt für jedes erstellte Postfach die erwähnten € 4,10 im Monat. Ob dieses Postfach von einem Menschen verwendet wird, ist nicht relevant. Drucker, die in der Lage sind, Druckaufträge über ein POP3-Postfach zu erhalten, sind ebenso kostenpflichtig, wie POP3/SMTP-fähige Anwendungsprogramme - auch, wenn die Bediener dieserjenen bereits einen kostenpflichtigen Office365-Account besitzen.

Hat man aber den ursprünglichen Mailserver noch nicht vollständig aufgegeben, läßt sich eine Weiterleitung einzelner E-Mails der Internetdomain über eine Transport map erreichen. Sollten Sie virtuelle Mailboxen in Ihrem Postfix implementiert haben, müssen Sie leider die Einträge dennoch erstellen, sofern Sie ein Präprozessing der eingehenden Mails vornehmen, z.B. durch Spamfilter. [unverifizierte Vermutung]

Wenn vorhanden, erstellen Sie eine Datei: /etc/postfix/transport mit folgenden Zeilen:

 

user@yourdomain.tld    smtp:yourdomain-de.mail.protection.outlook.com

 

 

user2@yourdomain.tld  smtp:yourdomain-de.mail.protection.outlook.com

 

 

[...undsoweiter...]

 

Den exakten Teil "yourdomain-de" erhalten Sie von Microsoft unter den "POP3 und SMTP-Einstellungen".

Starten Sie dann "postmap transport" und Sie erhalten eine Hashdatei namens "transport.db". Nach jeder Änderung an der Datei "transport" müssen Sie postmap erneut aufrufen.

In die Datei "main.cf" kommen nun folgende Zeilen (falls schon vorhanden bitte unbedingt Vorsicht walten lassen!!)

 

transport_maps = hash:/etc/postfix/transport

 

Sollte diese Zeile bereits vorhanden sein (z.B. bei Verwendung von Odin Plesk), tragen Sie Ihre transport-Datei bitte mit Kommata getrennt vor der vorhandenen Datei ein. Postfix arbeitet die transport-Dateien der Reihe nach ab.

Nach einem Neustart wird dann die Mail der in transport eingetragenen Postfächer zügig per SMTP an Microsoft übertragen. Eine Änderung der MX-Records ist weder notwendig, noch ratsam. Da bei der Zustellung der E-Mail zunächst die Aliase geprüft werden, dürfen die Postfächer lokal (falls wegen Präprozessings notwendig) nicht als Aliase eingetragen werden.