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Würden Sie den Typen all ihre Emails lesen lassen?

Die tollen Features des angeblich rechtsverbindlichen “E-Brief”Dienst der deutschen Post AG,die momentan massiv beworben werden:

  • Mindestens so teuer wie ein Standardbrief (€ 0,55)
  • Kein Postgeheimnis,jede Behörde darf reinschauen (§ IV.9.3) (evtl. muß ein “Anfangsverdacht”bestehen,aber der kann auch darin bestehen,daß Sie im Supermarkt bar gezahlt haben –das weist schließlich auf Schwarzarbeit hin).
  • Die Post AG darf Ihre Emailadresse verhökern. (§ IV.4.2) Wie das funktioniert erklärt Jens Arne Männig auf dem Blog mit einigen Links:Deutsche Post Direkt GmbH und Deutsche Post Adress GmbH &Co. KG.
  • Sie verpflichten sich dazu,jeden Werktag reinzuschauen. (§ I.6.3) Genial für Anbieter,die den vorherigen Punkt ausnutzen um Ihr Postfach mit Werbung vollzumüllen. Auch im Urlaub oder bei schwerer Krankheit –Krankenhausaufenthalte auf der Intensivstation inklusive.
  • Es werden Sicherungskopien für unbestimmte Zeit aufbewahrt. (§ IV.2.5) Der zweite Punkt gilt nach wie vor.

Udo Vetter von lawblog.de und Thomas Stadler von internet-law.de haben die AGB des Anbieters auf Gutjahr’s blog unter dem passenden Titel “E-Postbrief:die gelbe Gefahr”auseinandergenommen. Kurz:es sieht nicht gut aus für die Bürgerrechte beim neuen E-Postbrief.

Auch die Stiftung Warentest läßt kaum ein gutes Haar am E-Postbrief:Zu teuer,zu umständlich,unbequem.

Doch auch der kommende De-Mail Dienst enthält einige Tücken:Während alle an Sie adressierten Mails nach kurzer Zeit als zugestellt gelten,müssen Sie selber den Versand eines Dokuments vor Gericht nachweisen –die Diensteanbieter bieten eine kostenpflichtige Versandbestätigung.

Das heißt –falls diese Dienste nicht durch den Lachtest der Bürger fallen. Ich würde es mir jedenfalls wünschen.

3 comments to Würden Sie den Typen all ihre Emails lesen lassen?

  • Petra Franke

    Immer wieder gerne genutzt,das Wort “Datenschutz”(als wenn es einen solchen tatsächlich noch gäbe,es sei denn,als Alibi-Funktion).
    Ich gestehe,ich fand die Idee am Anfang gar nicht übel,als ich dann aber beim Registrieren (des per Brief erhaltenen Codes) sah,was da alles …habe ich das ganz schnell abgebrochen.

    Das schärfste ist wohl aber,dass ein E-Brief soviel kosten soll,als würde ich diesen normal versenden,und das obwohl die Post sich dadurch eine Menge Personal spart (zu sparen erhofft). Auf diese Weise kann man es natürlich auch machen.

    Wo bleibt der Anreiz,wenn Hinz und Kunz einfach so in meine Post schauen dürfte,weil “Anfangsverdacht”besteht (den man sich ja jederzeit zusammenzimmern kann) UND wenn ich dabei die selben Kosten habe?
    Sieht für mich nur noch Personaleinsparungsmaßnahmen aus,bleibt zu hoffen,dass es sich NICHT durchsetzt,diese E-Post-Geschichte.

    Scheisse,das ist jetzt ein Anfangsverdacht,ich komme nun auf die “rote Liste”,wetten? *fg*
    -

  • Hallo,

    wir haben festgestellt,dass zu einigen Punkten in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zum E-POSTBRIEF zusätzlicher Informationsbedarf besteht. Die identifizierten Punkte haben wir in einer eigenen FAQ erläutert,diese finden Sie hier:http://go.post.de/w4hao

    Mit freundlichen Grüßen

    Philipp Schwertner vom Serviceteam E-POSTBRIEF

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